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Inflation als Medizin

Die Welt braucht Inflation – und die amerikanische Politik hat sie nicht nur verordnet, sondern die Medizin dafür wird bereits kräftig verabreicht.

Die FED (Notenbank der Vereinigten Staaten) druckt Geld!

Zunächst zur Historie:

Der Beinahe-Kollaps der internationalen Finanzmärkte im 4. Quartal 2008 erforderte ein rasches, politisch umfangreiches Eingreifen. Dies war unverzichtbar, womit dieser erste Rettungsweg abgeschlossen war.

Nun kommt der zweite Teil:

Die aufgenommenen Schulden müssen in irgendeiner Weise abgerechnet werden. Im Klartext heißt das: Der Entschuldungsprozess muss eingeleitet werden. Der weltweit demographische Prozess (die Alten werden immer älter, es gibt immer weniger junge Leute) und damit der zukünftige markante Anstieg der Sozialleistungen in den kommenden 20 Jahren läuft dem extrem entgegen. Die Einsparungen auf der Ausgabenseite sind also politisch äußerst eng (siehe Unruhen in Griechenland, Frankreich etc.) und der Versuch einer Steigerung staatlicher Einnahmen über Steuererhöhung bringt die Wirtschaft erst recht zum schrumpfen.

Quintessenz:

Der Versuch, die Schulden wie der „ehrliche“ Kaufmann zurückzuzahlen, scheitert – für jedermann ersichtlich – an der Höhe der schon angehäuften Verbindlichkeiten.

Wenn aber die Schuldenproblematik nicht auf herkömmliche Weise zu lösen ist, so bedarf es unorthodoxer Methoden: Die Fehler der Vergangenheit, übergroße Liquidität seitens der Notenbanken zur Verfügung zu stellen, wird nunmehr mit noch mehr Geld bekämpft. Dafür steht die harmlos aussehende Bezeichnung „QE II“ als die zweite kräftige Dosis frisch gedruckten Geldes. Ziel ist es, in den nächsten Monaten weitere USD 600 Mrd. an Staatsanleihen zu kaufen und damit die schon niedrigen Zinsen in den USA im 5- bis 7-Jahresbereich weiter abzusenken. Da der Staat sich auf diese Weise über die eigene Notenpresse finanziert (sog. „Quantities Easing“, abgekürzt „QE“), ist dies nur die wissenschaftlich verbrämte Formel für klassisches, zusätzliches Gelddrucken.

Damit ist die Büchse der Pandora geöffnet, man könnte es auch als das „Schneeballsystem“ der FED bezeichnen. Die FED-Medizin in Form von noch mehr Geld soll die Folgen der bereits früher freigesetzten enormen Geldmengen bekämpfen – die USA befinden sich also bereits in der Liquiditätsfalle. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hat bereits zu gleichen Mitteln – genauso wie die Bank von England – gegriffen.

Ziel:

Durch klassische Geldentwertung die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zu erhöhen und die Kaufkraft der betreffenden Währung zu senken. Würde das gelingen, dann wird dieses Vorgehen innerhalb von rund 10 Jahren die Kaufkraft des US-Dollars und danach des Euros halbieren (entspricht einer durchschnittlichen Inflationsrate von 6% – 8% p.a.). Auf diese Weise wäre relativ zum Brutto-Inlandsprodukt (also der Wirtschaftsleistung) die Schuldenlast halbiert. Dadurch erfolgt automatisch die Entwertung des hohen staatlichen Schuldenstandes. Die Gefahr liegt darin, dass man den Fuß zu spät vom finanziellen Gaspedal nimmt und es damit zu einem Überschießen der Inflation kommt. Das jedoch ist den Währungshütern immer noch lieber, als Deflation mit anschließendem Kollaps der Staats-Haushalte.

Es ist sicherlich kein Zufall, dass genau über dieses Szenario vor ca. einem halben Jahr die Chefvolkswirte des Internationalen Währungsfonds sowie der Bank von England parallel öffentlich hinsichtlich „kontrollierter Inflation“ nachgedacht haben. Wir sind auf dem Weg dorthin!

Für Sie muss das heißen: Machen Sie sich Gedanken über die Anlage in Sachwerten!

* Vortrag übernommen vom ISF Institut Deutsch-Schweizer Finanzdienstleistungen GmbH

 

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